Quito liegt auf 2.850 Metern – was in Ihren ersten 48 Stunden wirklich passiert
Casa Aliso, La Floresta, Quito.
Kurz gesagt: Quito liegt auf 2.850 Metern. Die meisten Gäste spüren am ersten Tag Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, leichte Kopfschmerzen und einen unruhigen ersten Schlaf. Nach etwa 48 Stunden ist das vorbei. Planen Sie zwei ruhige Nächte ein, bevor Sie etwas Anstrengendes vorhaben – das ist die einzige Maßnahme, die zuverlässig wirkt.
Wir empfangen jedes Jahr mehrere Hundert Gäste, die direkt vom Meeresspiegel kommen. Was folgt, ist keine medizinische Abhandlung, sondern das, was wir tatsächlich beobachten – und was wir am Empfang erzählen, wenn jemand um elf Uhr abends ankommt und fragt, ob das normal ist.
Warum die Alpen kein guter Vergleich sind
Viele deutsche Gäste sagen uns: „Ich war auf der Zugspitze, das ist fast dasselbe.” Ist es nicht.
Die Zugspitze liegt auf 2.962 Metern – nur gut hundert Meter höher als Quito. Der Unterschied ist nicht die Höhe, sondern die Dauer. In den Alpen fahren Sie hinauf, bleiben zwei Stunden und fahren wieder hinunter, um auf 700 Metern zu schlafen. In Quito schlafen Sie auf 2.850 Metern, drei, vier oder fünf Nächte lang. Ihr Körper hat keine Pause.
Deshalb ist die erste Nacht meist die unangenehmste – und deshalb nützt die Alpenerfahrung leider wenig als Maßstab.
Die ersten 48 Stunden, realistisch
Tag 1. Sie sind schneller außer Atem, als Sie es gewohnt sind. Eine Treppe, die Sie zu Hause nicht bemerken würden, zwingt Sie zu einer Pause. Viele bekommen am Nachmittag leichte Kopfschmerzen. Der Appetit ist gedämpft.
Nacht 1. Der Schlaf ist oft flach und unterbrochen. Manche wachen mit dem Gefühl auf, zu wenig Luft zu bekommen. Das ist unangenehm, aber in der Regel harmlos – die Atmung stellt sich im Schlaf langsamer um als im Wachzustand.
Tag 2. Meist deutlich besser. Kopfschmerzen lassen nach, der Appetit kommt zurück.
Ab Tag 3. Die meisten Gäste merken kaum noch etwas, außer beim schnellen Treppensteigen.
Wenn die Beschwerden am zweiten Tag stärker statt schwächer werden, oder wenn Erbrechen, Verwirrtheit oder Atemnot in Ruhe auftreten, ist das kein normaler Verlauf. Dann bitte einen Arzt aufsuchen – wir organisieren das jederzeit.
Fünf Regeln, die wirklich helfen
- Trinken Sie mehr als sonst. Die Luft hier ist trocken, und Sie verlieren über die Atmung mehr Flüssigkeit, als Sie merken.
- Kein Alkohol in der ersten Nacht. Ein Glas Wein auf 2.850 Metern wirkt spürbar stärker als zu Hause. Das ist der häufigste vermeidbare Fehler.
- Essen Sie leicht, aber essen Sie. Der Appetit sinkt, der Energiebedarf nicht. Suppe ist hier nicht zufällig das Nationalgericht.
- Planen Sie den ersten Tag flach. Die Altstadt ist wunderschön und liegt am Hang. Heben Sie sie sich für Tag zwei auf.
- Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Hausarzt, besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen. Es gibt eine medikamentöse Prophylaxe, aber ob sie für Sie sinnvoll ist, entscheidet nicht ein Hotelblog.
Was der Coca-Tee kann – und was nicht
Sie werden ihn überall angeboten bekommen, auch bei uns. Coca-Tee ist ein mildes Anregungsmittel und wird hier seit Jahrhunderten getrunken. Viele Gäste empfinden ihn als angenehm.
Was er nicht tut: die Akklimatisierung beschleunigen. Er ersetzt keine Ruhe und kein Wasser.
Wichtiger Hinweis für die Rückreise: Coca-Blätter dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Trinken Sie den Tee hier, nehmen Sie ihn nicht mit. (Vor Veröffentlichung mit aktueller Zollregelung abgleichen.)
Wenn Sie weiter nach Galápagos oder in den Amazonas reisen
Beide Ziele liegen auf Meereshöhe – der Weg dorthin ist also keine zusätzliche Belastung, sondern eine Erleichterung.
Genau deshalb empfehlen wir aber, die zwei Akklimatisierungsnächte vor Galápagos in Quito zu verbringen und nicht danach. Sie brauchen die Zeit ohnehin, die Formalitäten am Flughafen sind ausgeruht deutlich angenehmer, und Sie können Ihr Gepäck bei uns lassen, statt es mit auf die Inseln zu nehmen.
Eine Sache, die niemand erwähnt: Quito hat keine Heizung
Quito liegt am Äquator, aber auf 2.850 Metern. Tagsüber sind es meist 18 bis 20 Grad, nachts fallen sie auf 8 bis 10 . Und weil es hier nie richtig kalt und nie richtig heiß wird, haben die allermeisten Gebäude in Quito – Wohnhäuser wie Hotels – keine Zentralheizung. Auch unseres nicht.
Das überrascht deutsche Gäste regelmäßig, deshalb sagen wir es lieber vorher: Nehmen Sie einen warmen Pullover mit, auch wenn die Wettervorhersage nach Frühling aussieht. Wir haben zusätzliche Decken und Wärmflaschen, und Sie müssen nicht danach fragen – wir bringen sie am ersten Abend von selbst.
Häufige Fragen
Wie hoch liegt Quito?
Quito liegt auf etwa 2.850 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit die zweithöchste Hauptstadt der Welt nach La Paz. Zum Vergleich: Die Zugspitze liegt auf 2.962 Metern. Der entscheidende Unterschied ist, dass Sie in Quito auf dieser Höhe schlafen und nicht nur einen Tagesausflug machen.
Bekommt man in Quito Höhenkrankheit?
Schwere Höhenkrankheit ist auf 2.850 Metern selten. Häufig sind milde Beschwerden am ersten Tag: Kurzatmigkeit, leichte Kopfschmerzen, unruhiger Schlaf und wenig Appetit. Diese klingen bei den meisten Reisenden innerhalb von 48 Stunden ab. Nehmen Beschwerden am zweiten Tag zu, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wie lange dauert die Akklimatisierung in Quito?
Etwa zwei Tage. Die erste Nacht ist meist die unangenehmste, der zweite Tag deutlich besser, ab dem dritten Tag merken die meisten Gäste kaum noch etwas. Planen Sie deshalb zwei ruhige Nächte ein, bevor Sie Wanderungen, Cotopaxi oder anstrengende Ausflüge unternehmen.
Was hilft gegen die Höhe in Quito?
Viel trinken, kein Alkohol in der ersten Nacht, leicht aber regelmäßig essen und den ersten Tag flach planen statt in der hügeligen Altstadt. Coca-Tee wird traditionell getrunken und empfinden viele als angenehm, er beschleunigt die Akklimatisierung aber nicht. Bei Vorerkrankungen vorab den Hausarzt fragen.
Ist es in Quito kalt?
Tagsüber liegen die Temperaturen meist bei 18 bis 20 Grad, nachts bei 8 bis 10 Grad – das ganze Jahr über, da Quito am Äquator liegt. Wichtiger als die Temperatur ist, dass die meisten Gebäude in Quito keine Zentralheizung haben. Ein warmer Pullover gehört ins Gepäck.
Zwei ruhige Nächte, bevor es losgeht
Wir führen ein kleines Hotel in einem Haus aus den fünfziger Jahren in La Floresta – einem flachen, ruhigen Wohnviertel, zwanzig Minuten von der Altstadt. Flach ist am ersten Tag kein Nebendetail.
Frühstück wird morgens gekocht, nicht aufgewärmt. Den Flughafentransfer organisieren wir auch für eine Ankunft um Mitternacht. Und wenn Sie nach Galápagos weiterreisen, bleibt Ihr Gepäck bei uns, bis Sie zurückkommen.
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